{"id":461,"date":"2023-05-16T10:04:24","date_gmt":"2023-05-16T08:04:24","guid":{"rendered":"https:\/\/gaia-initiative.org\/?post_type=research&#038;p=461"},"modified":"2023-08-02T11:31:44","modified_gmt":"2023-08-02T09:31:44","slug":"forschung-zu-afrikanischen-geierarten","status":"publish","type":"research","link":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/research-articles\/forschung-zu-afrikanischen-geierarten\/","title":{"rendered":"Forschung zu Afrikanischen Geierarten"},"content":{"rendered":"\n<p>Geier sind eine hochintelligente Gruppe von V\u00f6geln, die wichtige \u00d6kosystemleistungen erbringen. Dennoch sind die Populationen der Altweltgeier in den letzten Jahrzehnten aufgrund anthropogener Faktoren drastisch zur\u00fcckgegangen. Gleichzeitig ist ihr Verhalten, einschlie\u00dflich der sozialen Interaktionen, noch immer nicht ausreichend erforscht. Auf der Grundlage von Hightech-Ortungsger\u00e4ten und KI-basierten Analysewerkzeugen zielt GAIA darauf ab, besser zu verstehen, wie Geier kommunizieren, interagieren und kooperieren, nach Nahrung suchen, br\u00fcten und ihre Jungen aufziehen. Dieses Verst\u00e4ndnis ist entscheidend f\u00fcr die Entwicklung des GAIA-Fr\u00fchwarnsystems f\u00fcr Umweltver\u00e4nderungen und kritische \u00f6kologische Ereignisse sowie f\u00fcr den Schutz und die Erhaltung der Geier.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"303\" src=\"https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC03329-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-303\" srcset=\"https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC03329-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC03329-300x200.jpg 300w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC03329-768x512.jpg 768w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC03329-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC03329.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" data-id=\"608\" src=\"https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/JON3144-1024x681.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-608\" srcset=\"https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/JON3144-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/JON3144-300x200.jpg 300w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/JON3144-768x511.jpg 768w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/JON3144-1536x1022.jpg 1536w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/JON3144.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"616\" src=\"https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Z9F0375-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-616\" srcset=\"https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Z9F0375-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Z9F0375-300x200.jpeg 300w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Z9F0375-768x512.jpeg 768w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Z9F0375-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/gaia-initiative.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Z9F0375.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Tote Tiere \u2013 Kadaver \u2013 sind in relativ naturbelassenen Teilen der Umwelt allgegenw\u00e4rtig. In gut funktionierenden \u00d6kosystemen werden die Kadaver von anderen Tieren konsumiert, was Teil des nat\u00fcrlichen Kreislaufs ist. Aasfresser wie Geier spielen bei diesen Prozessen eine Schl\u00fcsselrolle. Sie entfernen Aas und damit potenziell giftiges und infekti\u00f6ses Material effizient aus der Umwelt und verringern so das Risiko der Ausbreitung und Kontamination. Dank ihres \u00fcberragenden Sehverm\u00f6gens k\u00f6nnen sie Kadaver aus gro\u00dfer Entfernung erkennen. Es gibt zudem belastbare Anzeichen daf\u00fcr, dass sie durch komplexe Interaktionen auch sozial miteinander verbunden sind und Kommunikation nutzen, um ihr Verhalten bei der Nahrungssuche zu koordinieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahrzehnten sind die Best\u00e4nde vieler Geierarten dramatisch zur\u00fcckgegangen und sie sind nun akut vom Aussterben bedroht. Die Hauptursachen f\u00fcr diesen Trend sind der Verlust von Lebensraum und Nahrung in vom Menschen gepr\u00e4gten Landschaften sowie eine betr\u00e4chtliche Anzahl direkter oder indirekter Vergiftungen. Beim Wei\u00dfr\u00fcckengeier (<em>Gyps africanus<\/em>) beispielsweise sch\u00e4tzt man, dass der Bestand innerhalb von nur drei Generationen um etwa 90 % zur\u00fcckgegangen ist \u2013 das entspricht einem durchschnittlichen R\u00fcckgang von 4 % pro Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund ihrer \u00f6kologischen Bedeutung und ihres raschen R\u00fcckgangs ist es notwendig, unser Wissen und Verst\u00e4ndnis von Geiern deutlich zu verbessern, um sie zu sch\u00fctzen. Biologische Grundlagendaten werden  seit vielen Jahren erhoben und mit der Entwicklung leichter und leistungsstarker Sensoren wird derzeit mehr Forschung betrieben als je zuvor. Dennoch ist es eine Herausforderung, verl\u00e4ssliche Daten \u00fcber die Bestandsdichte, die Fortpflanzung und die soziale Interaktion in vielen L\u00e4ndern zu erhalten, in denen die Altweltgeier leben, da sie \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen wandern und riesige Datenmengen ausgewertet werden m\u00fcssen. GAIA wird dazu beitragen, unser Wissen dar\u00fcber zu erweitern, wie Geier kommunizieren, interagieren und kooperieren, nach Nahrung suchen, br\u00fcten und ihre Jungen aufziehen. Das Team konzentriert seine Forschung auf die Bestandsdichte, die \u00dcberlebensrate der K\u00fcken und das Brutverhalten, die Ern\u00e4hrung und das Verhalten bei der Nahrungssuche sowie die soziale Interaktion und das Kooperationsverhalten. Au\u00dferdem werden die Informations\u00fcbertragung zwischen Erwachsenen und K\u00fcken, die Erkennung und Verhinderung von Vergiftungen und die Bestimmung anderer Todesursachen wie Stromschl\u00e4ge oder Ertrinken in k\u00fcnstlichen Gew\u00e4ssern, erforscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die GAIA-Forschung zu afrikanischen Geierarten wie <em>Gyps africanus<\/em> beruht darauf, dass eine gro\u00dfe Anzahl von V\u00f6geln auf dem gesamten Kontinent mit GPS\/ACC-Tags ausgestattet wird. Die meisten der derzeit \u00fcber 130 besenderten V\u00f6gel wurden im Etosha-Nationalpark in Namibia gefangen. Die V\u00f6gel fliegen mit ihren Tiersendern \u00fcber Namibia und seinen Nachbarl\u00e4ndern, aber auch in Uganda, Mosambik und anderen L\u00e4ndern wurde eine beachtliche Anzahl von Geiern mit GAIA-Tags ausgestattet. Die zweite technologische S\u00e4ule der GAIA-Geierforschung sind fortschrittliche KI-basierte Analysetools, die es dem Team erm\u00f6glichen, diesen riesigen Datensatz effizient zu analysieren. Auf diese Weise werden neue Erkenntnisse \u00fcber Themen gewonnen, die bisher nicht untersucht werden konnten. Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glichen diese Erkenntnisse die fr\u00fchzeitige Erkennung von Vergiftungsf\u00e4llen und damit die Unterst\u00fctzung des Geierschutzes. Nicht zuletzt wird das Verst\u00e4ndnis des Verhaltens und der Interaktion von Geiern auch eine gro\u00dfe Hilfe f\u00fcr die Entwicklung neuer technologischer Werkzeuge durch das GAIA-Team sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geier sind eine hochintelligente Gruppe von V\u00f6geln, die wichtige \u00d6kosystemleistungen erbringen. Dennoch sind die Populationen der Altweltgeier in den letzten Jahrzehnten aufgrund anthropogener Faktoren drastisch zur\u00fcckgegangen. 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