{"id":842,"date":"2024-04-15T15:20:30","date_gmt":"2024-04-15T13:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/gaia-initiative.org\/?p=842"},"modified":"2024-04-15T15:23:55","modified_gmt":"2024-04-15T13:23:55","slug":"loewen-im-berliner-zoo-sind-nun-unsere-helfer-fuer-forschung-und-artenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/loewen-im-berliner-zoo-sind-nun-unsere-helfer-fuer-forschung-und-artenschutz\/","title":{"rendered":"L\u00f6wen im Berliner Zoo sind nun unsere Helfer f\u00fcr Forschung und Artenschutz"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein erfahrenes Team aus Tier\u00e4rzt*innen, Biolog*innen und Tierpfleger*innen legte den L\u00f6wen im Rahmen eines Gesundheits-Checks im Zoo Berlin mit Sensoren versehenen Halsb\u00e4nder des Berliner Unternehmens Vectronic Aerospace an. Die L\u00f6wen werden die Senderhalsb\u00e4nder \u00fcber einen Zeitraum von mehreren Wochen tragen, um kontinuierlich Bewegungsdaten zu erfassen. Die gesammelten Daten sind haupts\u00e4chlich \u201eBeschleunigungsdaten\u201c, \u00e4hnlich denen eines Smartphones, die millimetergenau die Bewegungen der Tiere in allen drei Dimensionen erfassen. Diese Daten werden mit den Aufzeichnungen einer installierten Kamera kombiniert, um charakteristische Bewegungsmuster zu identifizieren, die bestimmten Verhaltensweisen der L\u00f6wen entsprechen. So k\u00f6nnen Forschende eine KI trainieren, um Br\u00fcllen, Fressen oder Fellpflege allein anhand der Sensordaten zu erkennen. \u201eMit diesem Projekt haben wir die M\u00f6glichkeit, einen wirklich bedeutenden Beitrag zur Erforschung und zum Schutz von L\u00f6wen zu leisten\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Andreas Pauly, Leiter der Abteilung Tierschutz, Tiergesundheit und Forschung des Zoo Berlin. \u201eUnser Team beobachtet die Tiere genau, und sobald die Datenerfassung abgeschlossen ist, werden wir per Fernsteuerung die Halsb\u00e4nder \u00f6ffnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Herk\u00f6mmliche Monitoring-Projekte mit Tiersendern konzentrieren sich in erster Linie darauf, die Orte, an denen sich Tiere aufhalten, sowie ihre Routen zu erfassen. \u201eWir gehen mit unser KI-basierten Analyse einen Schritt weiter und k\u00f6nnen nicht nur auswerten, wo sich die Tiere befinden, sondern auch verstehen, was sie tun und warum sie es tun&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. J\u00f6rg Melzheimer, Biologe und einer der Projektleiter von GAIA. Daf\u00fcr werden \u201eP\u00e4rchen\u201c zwischen best\u00e4tigtem Tierverhalten aus den Videoaufnahmen und Signaturen zu den exakt identischen Zeitpunkten in den Beschleunigungsdaten gebildet. Die K\u00fcnstliche Intelligenz wird dann darauf trainiert, diese Paarungen eigenst\u00e4ndig aus den Beschleunigungsdaten rekonstruieren zu k\u00f6nnen \u2013 also Verhalten einzig aus Sensordaten zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Daten der L\u00f6wen im Zoo sind f\u00fcr uns essenziell und werden uns alle einen gro\u00dfen Schritt weiterbringen, denn die Kombination aus Datenerfassung \u00fcber Halsb\u00e4nder und gleichzeitiger kontinuierlicher Beobachtung der L\u00f6wen durch die Kamera ist in der Wildnis nicht m\u00f6glich. Wir sind dankbar f\u00fcr diese wertvolle Zusammenarbeit mit Zoo und Tierpark Berlin, mit denen wir seit Beginn unseres Projekts als Partner eng verbunden sind\u201c, erg\u00e4nzt Melzheimer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die GAIA-Initiative setzt das Prinzip der KI-basierten Verhaltenserkennung nicht nur f\u00fcr L\u00f6wen ein, sondern hat gemeinsam mit dem Tierpark Berlin bereits \u00e4hnliche Methoden f\u00fcr Geier entwickelt. Diese V\u00f6gel spielen aufgrund ihrer bedeutenden \u00f6kologischen Rolle als Aasfresser eine herausragende Rolle im \u00d6kosystem-Monitoring. F\u00fcr die Geier gehen die Forschenden sogar noch einen Schritt weiter und entwickeln v\u00f6llig neue Tiersender, in die eine KI bereits integriert ist und autark von der Daten\u00fcbertragung l\u00e4uft. Damit k\u00f6nnen wichtige Informationen f\u00fcr die Wissenschaft und den Artenschutz in Echtzeit generiert und an Naturschutzorganisationen oder Beh\u00f6rden \u00fcbermittelt werden. \u201eL\u00f6wen und Geier arbeiten in der Wildnis teilweise zusammen und beobachten sich gegenseitig, um Nahrung zu finden\u201c, erkl\u00e4rt Wildtierarzt Dr. Ortwin Aschenborn. \u201eDaher richten wir unsere Forschungen sowohl auf die L\u00f6wen als auch auf die Geier, um ihre Interaktionen zu verstehen.\u201c Die GAIA-Initiative will damit nicht nur das Wissen der Tiere f\u00fcr die Umweltbeobachtung zu nutzen, sondern auch wertvolle Erkenntnisse f\u00fcr den Schutz von L\u00f6wen und Geiern zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zoo und Tierpark Berlin arbeiten seit 2022 mit den Forschenden der GAIA-Initiative zusammen und unterst\u00fctzen sowohl bei der Arbeit im Labor als auch im Feld. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. \u201eBeinahe jedes Kind kennt die beeindruckende Raubkatze. Und doch ist der L\u00f6we in einigen Regionen massiv gef\u00e4hrdet! Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent gibt es nur noch rund 20.000 L\u00f6wen\u201c, erkl\u00e4rt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. \u201eDeshalb m\u00fcssen wir neue Wege gehen und als Expert*innen verschiedener Bereiche zusammenarbeiten. Es macht mich hoffnungsvoll, dass k\u00fcnstliche Intelligenz nicht nur faszinierende Texte generieren oder uns mit verbl\u00fcffend realistischen Bildern \u00fcberraschen kann, sondern auch das Potenzial hat, den modernen Artenschutz zu revolutionieren.\u201c Dank dieses Kooperationsprojekts konnte bereits ein umfassender \u00dcberblick \u00fcber die L\u00f6wenpopulation im Etosha-Nationalpark gewonnen werden. Zum ersten Mal seit vielen Jahren konnten genaue Informationen \u00fcber die Rudel, ihre Zusammensetzung, ihre Territorien und ihre Interaktionen mit anderen Rudeln und Tieren gesammelt werden. Diese wertvollen Informationen dienen dem Schutz dieser ikonischen Tiere im Nationalpark und unterst\u00fctzen die Arbeit der lokalen Ranger und Beh\u00f6rden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Tiere erm\u00f6glicht es uns, auch ihre Lebensr\u00e4ume und somit die Umwelt, die wir mit ihnen teilen, besser zu begreifen. Um von dem Wissen der Tiere zu profitieren und beispielsweise das Verhalten von L\u00f6wen, ihre Interaktionen untereinander und ihre Rolle im \u00d6kosystem besser zu verstehen, entwickelt die GAIA-Initiative in Zusammenarbeit mit den Zoologischen G\u00e4rten Berlin neuartige Tiersender und innovative Analysemethoden: Eine K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) wird dabei helfen, die gesammelten Daten zu entschl\u00fcsseln und bestimmte Verhaltensweisen der Tiere zu erkennen. Die L\u00f6win Elsa und der L\u00f6we Mateo im Zoo Berlin tragen neuerdings Senderhalsb\u00e4nder, um Daten f\u00fcr die Entwicklung der KI zu erfassen. Dies erm\u00f6glicht eine Allianz zwischen Tieren und Menschen in der Umweltbeobachtung und kann wichtige Impulse f\u00fcr Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr L\u00f6wen in deren nat\u00fcrlichen Lebensr\u00e4umen geben.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":833,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[88],"tags":[58,63,73,97],"class_list":["post-842","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeine-news","tag-research-on-lions-in-etosha-national-park-2","tag-artificial-intelligence-for-behaviour-detection-2","tag-intraspecific-communication-of-lions-2","tag-lion-population-in-etosha-national-park-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/842","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=842"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/842\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":844,"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/842\/revisions\/844"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=842"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=842"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gaia-initiative.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=842"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}